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Istanbul.

Flughafen Halle/Leipzig: ich schlucke Bachblütenpastillen wie Smarties und werde dennoch nicht ruhig. Mein Freund isst zwei und ist kurz vorm Einschlafen. Was mache ich falsch? Um mich von meiner Flugangst abzulenken, spielen wir das Spiel ” Wer fliegt wohin?”: Antalya, hm könnte Hurghada sein, Istanbul, Antalya, Antalya….sowas von Antalya.

Schon wieder suche ich die Toilette auf, Angstpipi olé. Gerade als wir unser Ratespiel wieder aufnehmen wollen, werden die Fluggäste nach Istanbul, also wir, zum entsprechenden Boardingschalter gebeten.  Schnappatmung setzt ein und schon wieder suche ich die Toilette auf. In Reihe 31 angekommen, lassen wir uns in die Sitze fallen und stellen fest: “Das haben schon viele gemacht!” Dank eines ausgefeilten Origami-Faltprogrammes machen wir es uns gemütlich. Also mein Freund, ich nicht. Ich fixiere einen Punkt, spanne meinen Körper an und atme konzentriert ein und aus. Nur noch 2 Stunden und 39 Minuten, dann sind wir da.

Hinter uns ein paar deutsche Rentner, die sich über die Jugend und Smartphones auslassen. Wie immer also.  Gerade studieren sie die Menükarte, die wahlweise auf Türkisch und Englisch auf die entsprechenden Mahlzeiten und Getränke hinweist. “Also ich bestelle auf Deutsch!”

2 Stunden und 39 Minuten später. Ich habe wieder festen Boden unter den Füßen und somit den Flug überlebt. Die Hand von meinem Freund hingegen nicht. Zu doll habe ich beim Landeanflug zugedrückt.

Da die Türkei nicht in der EU ist, müssen wir durch die Passkontrolle. Hier treffen wir auch wieder auf die deutschen Rentner. Immer wieder fragen sie den hilflos dreinschauenden Flughafenmitarbeiter wo denn ihre Reisegruppe sei. Auf Deutsch versteht sich.

Nachdem wir die Passkontrolle passiert haben, gehen wir auf Koffersuche. Unser Flug fehlt auf der Gepäckbandanzeige. Auf Nachfrage hin ( in Englisch) verweist man uns an Band 7. Auch dort gähnende Leere. In weiter Ferne jedoch erspäht mein Freund unseren Koffer neben einem anderen Band. In illustrer Gesellschaft.

Am Metroeingang kaufen wir uns eine IstanbulKart, sie wird uns die nächsten 4 Tage sicher durch die Metropole geleiten. Die Metro fährt ein und schon tauchen wir ein in die warme, regnerische Istanbuler Nacht und folgen den Menschen, Geräuschen, Gerüchen, Muezzinrufen und Straßenkatzen durch die wahnsinnig intensive alte Lady am Bosporus.

Unsere Reisetipps:

  • IstanbulKart kaufen: Gib es direkt am Metroeingang ( Atatürk-Flughafen) am Automaten und kostet 10 TL. Sie kann an fast jeder Haltestelle am ensprechenden Automat wieder aufgeladen werden. Sie kann in allen öffentlichen Verkehrsmitteln genutzt werden, auch in den Bosporus-Fähren z.B nach KadIköy. Eine Fahrt kostet 1,95 TL bzw. 1,25TL.
  • Galata-Turm: von dort aus hat man eine tolle Aussicht/ einen tollen Rundumblick. Wer der türkischen Sprache mächtig ist, sollte die Eintrittskarten auf Türkisch anfordern. Dann gibt es vielleicht Rabatt. 😉
  • Salt-Gallery in Galata (Bankalar Caddesi): Sie beherbergt neben angenehmer Ruhe temporäre Austellungen, ein Research-Center und ein kleines Café. Unbedingt die dicken, fetten Tresore im Keller anschauen. Bevor man sich wieder in den Trubel stürzt erstmal einen çay genießen. ( http://saltonline.org/en/home )
  • Istiklâl Caddesi: Wenn man Menschenmengen und internationale Modeketten mag, seid ihr hier richtig. Von Tünel nach Taksim fährt die alte Tram. Hübsch anzusehen und ein Foto wert. Viel interessanter jedoch sind die vielen Seitenstraßen, die von ihr abgehen. Vor allem die Viertel Cihangir und Beyoğlu bieten tolle Fotomotive mit ihren kleinen Cafés und Antiquitätenläden.
  • Datlı maya: Hier gibt es neben lecker Lahmacun auch noch viele andere vegane, vegetarische und glutenfreie Köstlichkeiten. Bestellt wird unten, geschlemmt wird oben. Findet ihr in der Türkgücü Caddesi in Cihangir.( http://www.datlimaya.com/#about-1 )
  • Istanbul vom Wasser aus: Einfach eine Fähre nach z.B. Üsküdar oder Kadıköy nehmen, sich den Wind um die Nase wehen lassen, Bosporus genießen. Ein- und Ausatmen. Überfahrt dauert circa 20 Minuten.
  • Türkisch sprechen: Wenn man der Türkischen Sprache mächtig ist, unbedingt anwenden. Die Einheimischen freuen sich erstens darüber und geben meist Rabatt. 🙂

Zum Schluss nochmal ein riesengroßes Dankeschön an unsere lieben Freunde Deniz und Lev, die sich Zeit genommen haben für uns und uns das Istanbul abseits der Touristenpfade gezeigt haben. Ihr seid toll.

 

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2 Comments

  • Reply Mama

    Das macht Lust auf Istanbul…… wenn man entspannter Rentner ist. Schöne Fotos, witzige Einleitung freue mich schon auf ausführlichen Reisebericht

    2014/06/16 at 19:35
  • Reply Helen

    Huhu liebe Mia,

    ich habe es endlich geschafft mir deine traumhaften Bilder von Istanbul anzuschauen. Einfach nur der “Hammer” schlechthin.

    Ich liebe deine Bilder 🙂

    2014/06/25 at 14:44
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